Das erste Fallbeispiel eignet sich für nahezu jeden Ausbildungsstand, da das Ausmaß der Verletzungen sehr variabel ist. Das Zweite ist etwas heftiger.
Szenario:
Jemand wollte einen Getränkekasten voll mit leeren Glasflaschen die Treppe runtertragen. Dummerweise lag etwas auf der Treppe, was der Betroffene nicht sehen konnte. Er rutscht darauf aus, fällt samt leerer Flaschen die Treppe runter. Die Flaschen zerbrechen und er fällt in die Scherben.
Der Patient erleidet dabei tiefe Schnittwunden an den oberen Extremitäten, im Gesicht, am Hals, bricht sich beide Unterarme, zieht sich ein HWS-Trauma und Fremdkörperverletzungen durch Glasscherben zu.
Bedrohungen für den Patienten und die Helfer sind primär die Scherben. Beim Patienten ist unbedingt die Stabilisierung der HWS vorzunehmen, Polsterung der Fremdkörper und das Stoppen des Blutverlustes stehen weiterhin auf dem Programm, dazu selbstverständlich eine entsprechende Lagerung, Ruhigstelung der Frakturen, Volumengabe, psychische Betreuung und Behandlung der Schocksymptomatik.
Nach Belieben kann das Fallbeispiel in seinem Ausmaß abgewandelt werden. Es können mehrere Personen betroffen sein, die Verletzungen können variiert werden, usw. Eigentlich ist alles, vom Schock, bin hin zum Polytrauma denkbar und ohne größere Probleme umsetzbar. Einzig die Scherben sollten aus ungefährlichem Material bestehen.
Abwandlung: Zwei Glaser wollen eine große Glasscheibe die Treppe hinauftragen. Dem Unteren rutscht die Scheibe aus den Händen, sie zerspringt und rutscht die Treppe runter.
Resultat: tiefe Schnittwunden an den unteren Extremitäten, evtl. Blutung aus der A. femoralis, Teilamputation eines Beines auf Kniehöhe, diverse Frakturen durch den Absturz, evtl. weitere Schnittwunden, die aus der Landung im Scherbenhaufen resultieren.
